Dezember 2000

„Der Abbieger“

Mitgliederinfo der BI gegen den Bau der Westtrasse A 20

Zum Geleit

Liebe Mitglieder der Bürgerini,

es liegen ereignisreiche Wochen hinter uns. Dabei gab es Freude und Trauer, Hochge­fühle und Betroffenheit. Neben dem bisher insgesamt erfolgreichen Kampf haben wir eins bemerkt: Eine Region wächst zusammen! Was wir an Unterstützung, aufmun­tern­den Worten und Solidarität erfahren haben, wird nur noch von dem Engagement und der Tatkraft vieler Menschen hier überboten. Der Widerstand hat gerade erst begonnen. Wir werden noch viel Kraft, Unterstützung und Einsatz benötigen, um die Interessen der hier lebenden Menschen und unseres Lebensumfeldes erfolgreich zu verteidigen. Wenn Landrat Armonat lt. Zeitungsberichten unterstellt, daß wir hier eine kleine Minderheit seien, dann sollten wir ihn und die Planungsbehörden eines Besseren belehren. Der An­fang ist ist gemacht – der Widerstand formiert sich.

Diese Mitgliederinfo (Abbieger“ ist dabei durchaus doppeldeutig gemeint) soll in der Zukunft regelmäßig für alle Mitglieder der Bürgerinitiative (BI) erscheinen. Wir wollen dabei über Vergan­genes berichten, informieren und in die Zukunft blicken. Für Anregun­gen und Unter­stützung (inhaltlich und finanziell) sind wir auch dabei natürlich sehr dank­bar.

Alles Gute und auf ein Wiedersehen bei unserer nächsten Versammlung am 23.1.2001.

            Der Sprecherkreis

In den Samtgemeinden unserer Region sind einige weg­weisende Beschlüsse ge­fallen. Engelschoff und Burweg haben mit eindeutigen Voten eine A 20 auf ihrem Gemeindege­biet abgelehnt. Der Rat Engelschoffs „beugte“ sich dabei einem klaren Bürgervotum. In Himmelpforten kam es am Ende der Gemeinderatssitzung zu tumultartigen Szenen. Die „Nein-Aber-Haltung“ (die Presse berichtete ausführlich) wurde von vielen der über 500 anwe­senden Bürgern massiv kritisiert. Die BI sprach daraufhin dem Rat symbolisch „das Mißtrauen aus“. In Hammah wurde bisher noch kein Beschluß gefasst. Es ist für den 18.12. aber eine Ratssitzung geplant. In Oldendorf wurden dem Rat 90 Unterschriften über­geben, die eine A 20 ablehnen. Ein getroffener Beschluß soll hier zum Kippen gebracht werden. In Hagenah soll bereits ein ablehnender Beschluß vorliegen. In der Samtgemeinde Himmelpforten hat Düdenbüttel bisher keine Stellungnahme abgegeben. Großenwörden beabsichtigt dies zukünftig auch nicht zu tun.

Der Willensbildungsprozeß auf Samtgemeindeebene ist noch nicht abgeschlossen. Lt. Information des SG-Bür­ger­meisters Himmelpforten Falcke gibt es hier noch keine weiteren zeitlichen Pla­nungen. Die Entscheidungen einzelner Gemeinden steht noch aus Sie sind Grundlage für die Diskussion auf Samt­gemeindeebene (wenn Näheres vorliegt, werden wir darüber informieren). Von den Samtgemeinden Oldendorf und Drochter­sen liegen uns keine Informationen vor. Auf Kreistagsebene gibt es einen Mehr­heitsbeschluß aus 1998, der eine A 20 mit Elbquerung Drochtersen befür­wortet. In Ausschüssen wurde über die A 20 disku­tiert. „Unsere“ Bundestagsabgeord­nete Dr. Magrit Wetzel hat sich lt. Presseberichten be­reits mit Landrat Armonat verbündet und spricht sich für eine Westtrasse aus. Stichhaltige Argu­mente sind uns nicht bekannt.

Der Prozeß der (politischen) Auseinandersetzung ist noch nicht abgeschlossen: Unser aller Stimme und Ent­schlossenheit wird auch in der Zukunft gebraucht.Textfeld:

Textfeld: Aktuelle Informationen gewünscht?
Die hier abgebildeten Grafiken sind Teil einer Präsentations-/ Argumentationssammlung zur A 20 und zum Planungs- und Bauprozeß. Sie werden Teil einer CD-ROM. Enthalten sind Karten, Photos der Region und weitere wichtige Infos. CD-ROM kann bestellt werden: Kosten DM 20,- (Nach Abzug Unkosten: Restbetrag zu Gunsten der BI). 
Fertig ab Mitte Januar à DM 20 in Umschlag (J.Stark, Breitenwisch 1, 21709 Himmelpforten) oder Kopie der Überweisung (auf das BI-Konto) und die Bestellung zufaxen (04144-210045)/ zusenden. Oder Direktabholung: HenninGS+Partner (Alte Druckerei, B 73 gegenüber Kirche/ Himmelpforten)

Der Widerstand der Bürgerini und vieler Einzelpersonen hat erste Erfolge. Die eindeutigen Ratsbeschlüsse aus Engel­schoff und Burweg wären ohne den Einsatz und die massive Einflußnahme auf Politiker nicht möglich gewesen. Himmelpforten wäre gänzlich „aus dem Ruder gelaufen“. Großenwörden beabsichtigt sich NICHT zu äußern! (Wir sind gespannt, wie lange das so bleibt) Dass Hammah sich jetzt mit dem Thema beschäftigt, ist auch Resultat der öffentli­chen Wirkung unserer Arbeit.  Das einige Volksvertreter die BI als „wichtigen Faktor“ erleben zeigte sich nicht erst während und nach der Gemeinde­ratssitzung. Unsere Aktionen haben Öffentlichkeit geschaffen und sogar überregionale Zeitungen („DIE WOCHE“ vom 30.11.00) veranlaßt von der Problematik zu berichten. Wochenlang waren unsere Anliegen und Aktionen jeden Tag in einer Zeitung erwähnt. Auch dadurch haben wir sicherlich viele Leute angesprochen, für die Thematik interessiert und neue „Widerständler“ gewonnen.

Da weder Politiker noch viele Parteien oder offizielle Stellen an einer Information ihrer Bürger interessiert zu sein schei­nen, hat die BI dies als ein wesentliches Betäti­gungsfeld aufgegriffen. Den Zuspruch und die z.T. daraus entstandenen intensiven Kontakte, zeigen uns, daß dies ein richtiger Weg ist.

An der Ausgangslage hat sich nichts geändert. Die Westtrassierung ist weiterhin Bestandteil des Raumord­nungsver­fahrens, das spätestens Ende 2001 abge­schlossen sein soll. Wir haben eine Situation erreicht, in der nur noch „Kampf gegen die Autobahn“ zählt. Dabei werden wir den Kurs fortsetzen neben „lauten und wirk­samen Aktionen“ auch die inhaltliche Arbeit und Argumentation für unsere Region zu intensivieren (siehe hierzu letzte Seite). Bei den vor uns stehenden Aufgaben benötigen wir Köpfe und Herzen hier aus unserer Region Drochtersen, Himmelpforten und Oldendorf. Die Politiker-“Schelten“ via Presse durch Landrat Aromat und unsere Bundestagsabgeordnete Wetzel (Tenor: Geringe Anzahl Widerständler/ nicht so ernst nehmen) sollten uns in un­serem Engagement weiter stärken. So leicht scheinen die selben Politiker es übrigens auch nicht zu nehmen, denn sie bringen den „alten Friesenspieß“ mit Anbindung an den Wesertunnel wieder ins Spiel. Der soll an die A 20 in Höhe Oldendorf anschließen und würde eine Westrasse zemen­tieren. Ein weiterer Grund den Protest auszuwei­ten! Wir sind gewappnet und gehen mit viel Energie in die „nächste Runde. Durch Ihre Unterstützung werden wir dabei weiter wirksam sein.

Die beiliegenden Aufkleber können gekauft werden: DM 2,- pro Stück. Sie sind eine Spende der Firmen Hartung Robifa GmbH/ Gütersloh – Danke! ¤. Der Verkaufspreis geht daher vollständig zu Gunsten der Bürgerini. Kauforte: Gasthof Jarck (Zur Linde)/ Breitenwisch, HenninGS+Partner (Alte Druckerei, Himmelpforten), J.Stark/ Breitenwisch.  Größere Mengen (ab 10 Stck) können auch bestellt werden. Zusendung erfolgt dann per Post: J.Stark, Breitenwisch 1, 21709 Himmel­pforten, Fax: 04144-210045.

Oder per e-Mail: aufkleber@engelschoff.de

Unsere gemeinsame Anstrengung hat nicht nur bereits politischen und „öffentlichkeitswirksamen“ Erfolg gehabt. Innerhalb eines Monats sind wir bereits über 220 Mitglieder in der Bürgerinitiative und haben bereits über 500 Unterschriften gegen die Westtrasse gesammelt. Ein riesiger Erfolg!! Für unse­ren zukünftigen Kampf zählt jede Stimme: Je größer die „organisierte Bürgerbewegung“ (= Mitgliedschaft in der Bürgerini) ist, desto weniger können wir überhört werden. Deshalb: Werbt weitere Mitglieder – je mehr desto besser. Für unsere Auseinandersetzung ist es wichtig, viele Unterschriften gegen eine Westtrasse zu sammeln.

A uch da hilft jede einzelne, damit wir die 1000er-Marke erreichen und zeigen: Wir sind kein kleiner Haufen! Die Unter­schriften sollen dem „Planer“ über­geben werden.

Unterschriftenlisten sind zu erhalten: Im Internet à www.engelschoff.de (Informationen/ Termine) und bei jedem Mitglied des Sprecherkrei­ses. Oder per Post anfordern bei Jörg Stark (Adresse siehe Seite 1). Wichtig: die „NEIN-Listen“ müssen im Original vorliegen, sonst sind sie ungültig. Wir teilen auch während unserer nächsten Mitgliederversammlung Listen aus.

Es gibt drei wesentliche Betätigungsfelder in der Zukunft:

Aktionen und Öffentlichkeitswirksamkeit

· Aktivitäten für die BI-Mitglieder

¸ Eigene inhaltliche Stellungnahme der BI im Rahmen des Raumordnungsverfahrens

(Näheres dazu diese Seite)

Wir beschildern die Samtgemeinden mit Anti A 20-Plakaten“: Jede/r erstellt nach seinen Möglichkeiten in Eigenregie Schilder/ Plakate und stellt diese an gut sichtbaren Stellen auf. Kurzinfo über Standort an ein Mitglied des Sprecherkreises à wenn wir 100 Schilder erreicht haben, werden alle der Öffentlichkeit feierlich (mit Presse) übergeben. Mitmachen und Informieren!

Diskussionsveranstaltung zur West A 20:

Geplante Teilnehmer: Landrat, Bundestagsabgeordnete, Experten, Kreistags­abgeordnete, BI, Verbandsvertreter à Termin: Februar 2001

Informationsveranstaltungen:Auf Anfrage von Bürgern/ BI-Mitgliedern in den Samtgemeinden Dorchtersen, Himmelpforten und Oldendorf führen wir weitere Informationsabende durch.

Kultur pur: „Nix da West A 20“: Hochkarätige/ bekannte Musiker, Entertainer spielen und unterhalten. Zu Gunsten unseres Anliegens. Möglichkeit der Kartenerstbestel­lung für Bürgerini-Mitglieder.  à Termin: Februar/ März.

Inter - nett:

Neben der Internetseite www.engelschoff.de von Volker Hennings soll ab etwa Januar die Seite www.a-20.de mit neuer Funktion/ Inhalten ins Netz ge­hen. Hier werden –insbesondere für die BI-Mitglieder- viele Informationen hin­terlegt. In Überlegung ist es, einen eigenen Mitgliederbereich einzurichten.

Christian Hager hat 4 Fotopostkarten mit winterlichen Motiven aus unserer Region mit (ironischem) A20-Bezug zur Verfügung gestellt. Je Karte geht 1,- DM an die BI. Zu Bestellen per E-Mail aufkleber@engelschoff.de und per Fax unter 04144-210045. Per Post bei Jörg Stark (Adresse siehe Seite 1). Preis je Karte = DM 1,80 (plus Versand). Ansicht Karten unter www.engelschoff.de oder www.hagerpress.de.

Wir wünschen allen Mitgliedern ein paar ruhige und besinnliche Weihnachtstage und einen guten Rutsch in das neue Jahr. Der Sprecherkreis hofft auch für das nächste Jahr auf den Zuspruch und das Engagement aller Mitglieder. Für den enormen Einsatz Vieler möchten wir uns ganz herzlich bedanken. In den letzten Wochen ist hier etwas zusammengewachsen – auch das wollen wir pflegen und aus­bauen

Mittgliederversammlung: 23.1.2001, 19.30 Uhr, Gaststätte Jarck, Breitenwisch: Themen: Bericht Sprecherkreis, Geschäftsordnung, Aktionen, Diskussion + Ideen